Donnerstag, Februar 19, 2026
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Stakeholder- und Entscheidungsmodelle – warum Projekte selten an der Sache scheitern

Viele Projekte scheitern nicht an fehlender Kompetenz oder falscher Strategie, sondern an etwas Profanem:

unklaren Entscheidungen. Wer ist verantwortlich? Wer darf entscheiden? Wer muss informiert werden? Wer kann blockieren? In komplexen Organisationen führt diese Unklarheit zu Verzögerungen, Meetinginflation und verdeckten Konflikten. Genau hier helfen Stakeholder- und Entscheidungsmodelle wie RACI, DACI oder RAPID – sofern man sie richtig einsetzt.

RACI ist das bekannteste Modell: Responsible (führt aus), Accountable (trägt Ergebnisverantwortung), Consulted (wird konsultiert), Informed (wird informiert). In der Praxis wird RACI oft zu detailliert – dann entsteht ein Spreadsheet-Monster, das niemand pflegt. Sinnvoll ist RACI vor allem für kritische Prozesse oder Schnittstellen, nicht für jede Kleinigkeit. Der größte Nutzen liegt in der Konfliktprävention: Wenn Accountable klar benannt ist, sinkt die Eskalationsneigung, weil klar ist, wer entscheidet.

DACI verschiebt den Fokus stärker auf Entscheidungen: Driver (treibt), Approver (entscheidet), Contributors (liefern Input), Informed (werden informiert). Das ist besonders hilfreich, wenn Projekte viele Beteiligte haben, aber Entscheidungen trotzdem schnell fallen müssen. RAPID wiederum differenziert Rollen je nach Entscheidungsschritt, was in großen Unternehmen die Realität besser abbilden kann.

Der entscheidende Punkt ist

Diese Modelle sind keine Bürokratie, sondern Reibungsreduzierung. Sie machen implizite Macht sichtbar und übersetzen sie in operative Regeln. Damit sie funktionieren, müssen sie jedoch auf akzeptierte Prinzipien treffen. Wenn Approver-Rollen ständig übersteuert werden oder Consulted-Teams faktisch Vetorecht haben, ohne es auszusprechen, zerfällt das Modell. Entscheidungsmodelle wirken nur, wenn Führung bereit ist, Verantwortung klar zu vergeben – und auch zu schützen.

In professionellen Organisationen werden diese Modelle deshalb pragmatisch genutzt: Für jede größere Initiative gibt es eine klare Decision Map, die an den wichtigsten Punkten greift. Ergänzt wird sie durch Entscheidungsprinzipien: Was ist reversibel? Wo gilt 70-Prozent-Entscheidung? Wann wird eskaliert? So entsteht ein System, das Geschwindigkeit und Qualität verbindet.

Wer Stakeholder- und Entscheidungsmodelle beherrscht, baut Projekte nicht nur fachlich, sondern organisatorisch stabil. Und das ist oft der Unterschied zwischen einem Plan, der gut aussieht, und einem Ergebnis, das wirklich geliefert wird.

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